Betriebsanleitung übersetzen: Wie Terminologie und Translation Memory Kosten senken

Wer eine Betriebsanleitung übersetzen lässt, tut das selten nur einmal. Maschinen werden weiterentwickelt, Baureihen erweitert, Normen aktualisiert – und mit jeder neuen Version muss die Anleitung in allen Sprachen nachgezogen werden. Mit der Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 kommt ab 2027 hinzu, dass digitale Anleitungen mindestens zehn Jahre verfügbar bleiben müssen. Zwei Werkzeuge entscheiden darüber, ob das teuer und fehleranfällig wird oder planbar bleibt: Terminologiemanagement und Translation Memory.

Was ist ein Translation Memory?

Ein Translation Memory (TM) ist eine Datenbank, in der jeder übersetzte Satz zusammen mit seinem Ausgangssatz gespeichert wird. Kommt derselbe oder ein ähnlicher Satz in einem neuen Dokument wieder vor, schlägt das Übersetzungssystem die vorhandene Übersetzung vor. Der Fachübersetzer prüft sie und passt sie bei Bedarf an.

In Betriebsanleitungen wiederholt sich viel: Sicherheitshinweise, Handlungsanweisungen, Wartungsschritte, Kapitel, die für mehrere Maschinentypen gleich sind. Genau dort spielt das Translation Memory seine Stärke aus.

Wie ein Translation Memory die Kosten senkt

Übersetzungen werden in der Regel nach Wörtern berechnet. Mit einem Translation Memory wird vor jedem Projekt analysiert, welcher Anteil des Textes bereits übersetzt ist:

  • Wiederholungen und 100-%-Treffer – Sätze, die bereits identisch übersetzt vorliegen – werden nur noch geprüft und deutlich günstiger berechnet.
  • Teiltreffer („Fuzzy Matches“) – ähnliche Sätze – werden angepasst statt neu übersetzt.
  • Neue Sätze werden vollständig übersetzt.

Bei der Aktualisierung einer bestehenden Anleitung ist der Anteil bereits übersetzter Sätze oft hoch. Das senkt nicht nur die Kosten, sondern auch die Durchlaufzeit – ein wichtiger Punkt, wenn neue Versionen in mehreren Sprachen gleichzeitig freigegeben werden müssen.

Terminologiemanagement: ein Begriff, eine Übersetzung

Ein Translation Memory speichert Sätze, eine Terminologiedatenbank (Termbank) speichert Begriffe. Für jeden Fachbegriff Ihres Unternehmens wird festgelegt, wie er in jeder Zielsprache übersetzt wird – und welche Varianten nicht verwendet werden sollen.

Warum das wichtig ist: Wenn „Schutzeinrichtung“ in einem Kapitel als „protective device“ und im nächsten als „safety guard“ übersetzt wird, ist für den Nutzer nicht mehr klar, ob dasselbe Bauteil gemeint ist. In einer Betriebsanleitung ist das kein Stilproblem, sondern ein Sicherheitsrisiko. Eine gepflegte Termbank sorgt dafür, dass Betriebsanleitung, Ersatzteilliste, Bedienoberfläche und Warnschilder dieselben Begriffe verwenden.

Betriebsanleitung übersetzen: So läuft ein Projekt bei uns ab

  1. Analyse: Wir prüfen Ihre Dateien, Formate und vorhandene Übersetzungen. Bestehende Übersetzungen können wir in ein Translation Memory überführen, damit sie sofort genutzt werden können.
  2. Terminologie: Wir extrahieren die wichtigsten Fachbegriffe und stimmen sie mit Ihnen ab.
  3. Übersetzung: Muttersprachliche Fachübersetzer übersetzen in Trados Studio mit Ihrem Translation Memory und Ihrer Termbank.
  4. Revision: Ein zweiter Fachübersetzer prüft jede Übersetzung gegen den Ausgangstext.
  5. Qualitätssicherung und Layout: Automatische Prüfungen auf Zahlen, Einheiten, Tags und Terminologie; auf Wunsch liefern wir druckfertige Dateien.
  6. Pflege: Translation Memory und Termbank gehören Ihnen und wachsen mit jedem Projekt.

Und maschinelle Übersetzung?

Maschinelle Übersetzung mit anschließendem Post-Editing kann für bestimmte Textarten sinnvoll sein. Für Sicherheitshinweise und Warnungen in Betriebsanleitungen empfehlen wir die Übersetzung durch einen Fachübersetzer mit anschließender Revision durch einen zweiten Linguisten – denn die Verantwortung für jede Sprachfassung trägt am Ende der Hersteller. Welche Pflichten die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 dabei stellt, lesen Sie in unserem Leitfaden zur Maschinenverordnung.

Ihr nächster Schritt

Sie möchten regelmäßig eine Betriebsanleitung übersetzen lassen und haben bereits übersetzte Fassungen, aber kein Translation Memory? Dann lohnt sich ein Blick auf Ihre Bestände – daraus lässt sich oft ein Translation Memory aufbauen, das künftige Updates sofort günstiger macht. Mehr zu unserem Angebot auf der Seite Technische Übersetzungen.

Kostenloser MVO-Sprachcheck: Senden Sie uns eine Seite Ihrer Betriebsanleitung und Ihre Zielmärkte über unser Sprachcheck-Formular. Sie erhalten die benötigten Sprachen und eine Einschätzung von Aufwand und Zeitplan.

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